WISLA,POLAND,05.DEC.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, large hill, men. Image shows the rejoicing of Stefan Kraft(AUT). Photo: GEPA pictures/ Wrofoto/ Piotr Hawalej - ATTENTION - NO USAGE RIGHTS FOR POLISH CLIENTS

Der erste Saisonabschnitt ist geschafft!

Weihnachten steht vor der Türe und das bedeutet einerseits, dass ich die ersten Wettkämpfe der Saison bereits erledigt habe und andererseits natürlich, dass die Vierschanzentournee immer näher rückt. Aber alles der Reihe nach. :)

Den ersten Saisonteil mit den Springen in Nizhny Tagil, Ruka, Wisla, Klingenthal und Engelberg habe ich jetzt mit einigen Ups und Downs erledigt. Besonders am Anfang der Saison ist es schwierig, da man nicht weiß, wo man steht und die ersten Wettkämpfe sind immer ein erstes Abtasten mit der Konkurrenz. Und für mich war in den letzten Wochen wirklich alles dabei, von Podestplätzen und Siegen bis hin zur verpassten Qualifikation. Insgesamt bin ich aber doch sehr zufrieden, da ich ja eine durchwachsene Sommervorbereitung mit einem angebrochenen Zehen sowie angerissenen Bändern im Knöchel hatte und nicht immer nach Wunsch trainieren konnte. Umso mehr habe ich mich über die Stockerlplätze, den Teamsieg und ganz besonders den Sieg im Einzel gefreut. Die ersten Bewerbe haben mir gezeigt, dass ich auf jeden Fall vorne mitspringen kann und auf einem guten Weg bin.

Jetzt freue ich mich aber schon auf sehr auf die Weihnachtszeit und ein paar ruhige Tage zu Hause, bevor der Tourneetrubel losgeht. Ich werde versuchen so gut wie möglich abzuschalten, mir daheim ein paar gemütliche Tage machen und ganz entspannt im engsten Kreis feiern.  Und ein paar Kekse dürfen es dann auch sein. 😉

Und nach Weihnachten ist dann bekanntlich vor der Tournee. Auf das erste Saisonhighlight freue ich mich jetzt schon richtig. Die Tournee ist immer etwas besonderes und die spezielle Stimmung ist kaum in Worte zu fassen. Besonders cool ist es auch, dass zumindest ein paar Zuschauer in Innsbruck und Bischofshofen zugelassen sind. Und dann stehen ja noch zwei Heimweltcups in Bischofshofen auf dem Programm. Wenn ich nur daran denke, kribbelt es in mir schon richtig. Das werden sicher zwei richtig coole Wochen.

Ich hoffe, dass ihr mir dann alle fest die Daumen drückt und vor dem Fernseher oder vielleicht sogar vor Ort dabei seid. In diesem Sinne möchte ich euch allen eine schöne Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Gesundheit wünschen. So, und ich gehe jetzt noch schnell meinen Weihnachtsbaum aufstellen. 😉

Euer Krafti :)

 

Krafti am Bergisel

Jetzt geht’s los!

Der Winter steht vor der Tür und damit endlich auch die neue Saison, auf die ich mich schon lange freue! :)

Im Frühling habe ich mein Trainingskonzept komplett neu aufgestellt und weiter mein körperliches Befinden in den Mittelpunkt gerückt. Ich habe mit einigen Spezialisten an dem Prozess gearbeitet und habe in diesem Bereich eine schmerzfreiere Vorbereitung, wie in den letzten zwei Jahren, machen können. Mit einer angebrochenen Zehe und angerissenen Bändern im Knöchel gab es aber dann doch einige andere Wehwehchen, die die Vorbereitung im Sommer nicht unbedingt ganz reibungslos ablaufen ließen.

Aktuell fühle ich mich ganz gut, muss aber einfach schauen, wie sich die nächsten Wochen sportlich und körperlich entwickeln werden. Es fehlen im Sommer ja doch komplett die Vergleiche mit anderen Nationen.

Neben den sportlichen Vorbereitungen, zum Beispiel den Österreichischen Meisterschaften, standen in den letzten Wochen auch zahlreiche Medientermine am Programm. Und die Enthüllung meiner Wachsfigur bei Madame Tussauds war eine ganz spezielle Geschichte. Bei den Österreichischen Meisterschaften war es wieder einmal toll Wettkampfatmosphäre zu spüren und mit Platz 4 und 3 war ich recht zufrieden

Und jetzt geht es endlich mit dem Weltcup richtig los. Ich freue mich schon sehr auf das erste Springen in Nizhny Tagil – auch wenn es immer eine weite Anreise nach Russland ist.  In dieser Saison stehen wieder viele Highlights am Programm: Vierschanzentournee, Olympische Spiele, Skiflug-WM und natürlich auch einige Heimspringen. Hoffentlich können dann wieder ein paar Fans vor Ort mit dabei sein, da die großartige Stimmung schon fehlt.

Ich bin voll motiviert und bereit für die neue Saison. Ich hoffe ihr drückt mir auch weiterhin die Daumen und seid vor dem Fernseher mit dabei. :)

Euer Krafti 😉

 

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Meine eigene Wachsfigur bei Madame Tussauds!

Nach langem Warten war es am 4. Oktober endlich soweit. Ich durfte meine eigene Wachsfigur bei Madame Tussauds in Wien enthüllen und das als weltweit erster Skispringer überhaupt! Das war ein richtig cooles Gefühl und macht mich echt stolz, besonders weil ich weiß, dass sich in den letzten Jahren extrem viele Besucher von Madame Tussauds eine Figur von mir gewünscht haben. Und es ist einfach eine wahnsinnige Ehre plötzlich selbst neben so vielen bekannten Persönlichkeiten zu stehen. Der Tag der Enthüllung war speziell, vor allem, als ich den ersten Blick auf meinen „Doppelgänger“ werfen durfte – sie haben ihn schon ganz gut getroffen mit meinem ganz konzentrierten Blick am Balken. :) Besonders gefreut hat mich, dass mein langjähriger Coach und Begleiter Patrick eine so tolle und schöne Laudatio gehalten hat und viele unserer gemeinsamen Momente – Höhen wie Tiefen – der letzten Jahre erzählt hat. :)

 

Nicht nur die Enthüllung war ein tolles Erlebnis, sondern es war auch richtig interessant den ganzen Ablauf im Hintergrund mitzuerleben. Schon im Dezember 2019 haben wir mit der Vermessung begonnen, die drei Stunden gedauert hat. Es wurden hunderte Fotos und Messungen von mir gemacht, damit die Wachsfigur so realistisch wie möglich wird. Das Schwierigste für mich war dabei, meinen konzentrierten Blick beizubehalten, eigentlich lache ich ja doch sehr gerne 😉 Auch meine Augen und Haare wurden ganz genau „abgenommen“ – die Dame hatte unzählige verschiedene braune Glasaugen und braune „Haarbüschel“ dabei, um auch wirklich die richtigen auszusuchen! Außerdem habe ich meine Sprungausrüstung bestehend aus Anzug, Helm, Handschuhen, gelbem Trikot und Ski zur Verfügung gestellt. Es ist fast nicht zu glauben, wie gut und vor allem realistisch meine Wachsfigur geworden ist. Und auch die Bergisel-Kulisse schaut richtig cool aus. Trotzdem war es dann fast schon ein bisschen schräg, als ich mich das erste Mal neben meinem „Zwilling“ auf den Balken hingesetzt habe.

 

Das Warten bis zur Enthüllung hat sich also definitiv gelohnt und ich war sicher nicht das letzte Mal bei einem „Doppelgänger“ bei Madame Tussauds in Wien zu Besuch!

Jetzt gilt der Fokus natürlich schon ganz dem kommenden Winter, es sind ja nur noch ein paar Wochen… Kommendes Wochenende stehen in Stams und am Bergisel die Österreichischen Meisterschaften auf dem Programm, da freue ich mich schon drauf!

 

Bis bald an der Schanze

Krafti :)

Gemeinsame Wanderung mit sportbegeisterten Kindern - Hiking with some sports enthusiastic kids

„Familientreffen“ beim JumpandReach for friends

Im Sommer war es endlich wieder soweit. Das alljährliche JumpandReach for friends in Seefeld stand auf dem Programm. Mit der gesamten JumpandReach Familie zusammen zu kommen und gemeinsam etwas zu unternehmen, ist immer richtig cool. :)

Die Wanderung am ersten Tag war richtig lässig. Es ging mit vielen sportbegeisterten Kids auf die Hocheggalm. Das Wetter war perfekt und die Freude der Kinder war ebenso richtig ansteckend. Besonders beim Spikeball und Frisbee wurde die Energie der Kids sichtbar. Es ist immer schön, wenn man all die neugierigen Fragen beantworten und den Jungen etwas zurückgeben kann. Und die Jause und der Kaiserschmarrn auf der Alm waren natürlich auch ein Highlight. 😉

Am Abend ging es dann schon mit einer Medaillenfeier und feierlichem Dinner im kleinen Rahmen weiter. Insgesamt acht Medaillen hat die JumpandReach Familie von der WM in Oberstdorf mitgebracht! Ich bin natürlich stolz, dass ich mit meinem Gold, Silber und Bronze gleich drei Medaillen beisteuern konnte, aber ich freue mich auch extrem mit Michi, Chiara und Jo über ihre tollen Erfolge. Nach dieser außergewöhnlichen und sehr speziellen Saison mit einigen Höhen und Tiefen war dieses familiäre Zusammenkommen umso schöner. Gestärkt wurde der Teamgeist dann noch durch Workshops am letzten Tag.

Das JumpandReach for friends war wie immer eine Reise wert. Die drei Tage sind durch die super Atmosphäre echt schnell vergangen und ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit allen. Nun bin ich aber schon Mitten in den Vorbereitungen auf die Olympiasaison und das natürlich mit voller Motivation! :)

 

Wir hören uns bald wieder

Euer Krafti

krafti

Nach der Saison ist vor der (Olympia-) Saison

Die vergangene Saison ist schon wieder seit ein paar Tagen Geschichte und nach ein paar ruhigeren (Urlaubs-) Tagen daheim, hat für mich langsam aber sicher wieder das Training und somit die Vorbereitung begonnen. Das eine oder andere Training mit dem Team habe ich schon wieder in den Beinen, die Stimmung im Team ist cool und wir sind fleißig beim Schwitzen für die kommende Saison, die neben Olympischen Spielen auch 3(!!!) Heimspringen für uns parat hat auf die wir uns alle natürlich richtig freuen.

Neben den Stützpunkttrainings mit den Kollegen, stand eben auch der Wings for Life Run am Plan und am 09. Mai (Muttertag) war ich im JumpandReach family Team mittendrin statt nur dabei – wenn auch nur als Begleiter meiner Mama, weil mein Zeh mir ein wenig einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Langsam aber sicher wird das aber auch wieder besser 😉

Bevor es jetzt dann Mitte Juni mit dem ersten Trainingskurs (Faak) wieder losgeht, stand heute noch ein cooler Tag mit den Kids auf dem Programm. Ich bin seit vielen Jahren gerne und so oft es geht bei Projekten dabei, die Kinder in Bewegung bringen, und das heutige „Kids Camp“ hat viel viel Spaß gemacht und ich hoffe, ich haben den Stars von morgen den einen oder anderen Tipp geben können 😉

… und an dieser Stelle noch einmal Danke für eure zahlreichen Geburtstagswünsche 😉

Wir sehen uns,
euer Krafti.

SALZBURG,AUSTRIA,30.MAR.21-WINTERSPORTS - Jump and Reach, photo shoot. Image shows Stefan Kraft (AUT).  keywords: medal. Photo: GEPA pictures/ Jasmin Walter

Bye Bye Saison 20/21 👋

Auf und ab und auf und ab… so in etwa hat sich diese Saison für mich angefühlt 😉 Nein Spaß beiseite, es war die erwartet herausfordernde und schwierige Saison für mich. Gleich zu Beginn hat Corona ordentlich dazwischengefunkt, dann hat mein Rücken sich in regelmäßigen Abständen gemeldet und so ist das Eine oder Andere zusammengekommen, das ein „in den Rhythmus kommen“ kaum möglich gemacht hat. Die Vorbereitung war mit sehr wenigen Sprüngen auch nicht ideal und so waren die Vorzeichen für die Saison einfach ungewiss.

Und so war ich von Woche zu Woche eben wie eine Art „Wundertüte“ im Weltcupzirkus unterwegs. Von Platz 32 zum Saisonstart in Wisla, dem Abbruch der Skiflug WM in Planica bis hin zum Weltmeistertitel und drei Medaillen in Oberstdorf war alles dabei. Ich habe viel auf meinen Körper gehört und habe diese Balance zwischen Wettkampf und Regeneration in den Mittelpunkt gestellt.

Am Ende darf ich auf eine richtig coole Saison mit drei Medaillen und dem einen oder anderen coolen Resultat und Sprung zurückblicken und unterm Strich kann ich wirklich zufrieden sein. Neben meinen individuellen Vorzeichen und Herausforderungen war es für die gesamte Skisprungfamily eine spezielle Saison und es ist kein Geheimnis, dass uns die Fans schon richtig gefehlt haben. Das ist mitunter auch einer meiner größten Wünsche im Hinblick aufs Skispringen, dass wir im nächsten Jahr wieder vor vollen Rängen, tobenden Fans und rot-weiß-roten Fahnen wettkämpfen können.

Bis dahin wünsche ich euch einen guten Start in den Frühling bzw. Sommer, danke für euren Support daheim vor den Bildschirmen während der ganzen Saison,
bleibt’s gesund und wir lesen/hören uns wieder,

Krafti.

OBERSTDORF,GERMANY,06.MAR.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS Nordic World Ski Championships, team event, large hill, men, award ceremony. Image shows Stefan Kraft (AUT). Keywords: medal. Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram

Danke Oberstdorf!!

Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich nach der WM mit 3 Medaillen nach Hause fahre, dann hätte ich das wohl nur ganz ganz schwer bis gar nicht glauben können. Meine persönliche Vorgeschichte rund um meine Rückenprobleme, Corona usw. hat einfach nicht gerade dazu beigetragen, dass ich mir viel ausrechnen hätte dürfen.

Jetzt stehe ich mit 3 Medaillen da und bin einfach nur sprachlos und überglücklich. Gold im Einzel, Bronze im Mixed Team und zum Abschluss noch eine Silberne mit den Teamkollegen. Es hätte für mich ganz einfach nicht besser laufen können. Nach der Tournee habe ich alles auf die WM hin ausgerichtet – dass das dann so aufgeht ist natürlich wunderschön und ich bin auch einfach nur happy, dass mein Rücken gehalten hat. Das war natürlich die wichtigste Komponente.

Ich fahre jetzt mit vielen vielen schönen Erinnerungen von Oberstdorf nach Hause und freue mich dort auf ein paar ruhigere Tage. Oberstdorf war trotz der vielen schwierigen Vorzeichen ein absolutes Highlight und der Veranstalter hat alles rausgeholt, was nur irgendwie möglich war und wir dürfen schon froh sein, dass wir diese WM so überhaupt haben konnten – DANKE dafür!

Nach der WM ist vor Planica und es fühlt sich irgendwie wie eine Art Weihnachtsgeschenk an, dass wir zum Saisonabschluss jetzt noch einmal fünf Tage Skifliegen dürfen. Ich freue mich riesig auf diesen Abschluss und werde das noch einmal in vollen Zügen genießen.

Bis dahin nochmal danke für eure coole Unterstützung und eure vielen vielen positiven Nachrichten und Glückwünsche,

Krafti.

OBERSTDORF,GERMANY,05.MAR.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS Nordic World Ski Championships, large hill, men, award ceremony. Image shows Stefan Kraft (AUT). Keywords: medal. Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram

WEEELLLLTTMEEEISTER!!!!!!

Mir fehlen nach wie vor noch ein bisschen die Worte zu dem, was sich da heute in Oberstdorf abgespielt hat. Mit dieser Vorgeschichte ist die Goldmedaille wunderschön und ganz einfach ein Traum für mich. Es ist unglaublich, dass das jetzt in Oberstdorf so passiert ist. In Planica bei der Skiflug WM habe ich mir meine Socken noch nicht mal selber anziehen können – ich war so weit weg. Dass ich jetzt so dastehe, dass es mir körperlich so gut geht, dafür muss ich so vielen Leuten DANKE sagen. Ich habe mit Patrick alles auf die WM hin ausgelegt, das ganze Team rund um meine Trainer im Team haben das alles perfekt abgerundet und ich habe schon gespürt, dass wenn mein Rücken hält, ich schon dabei sein kann bei der Musik.

Dass es dann so funktioniert bei dieser Schneeschlacht ist Wahnsinn. Es war jeder Sprung wie aus einem Guss und ich bin so richtig in einen Flow hineingekommen. Ich war schon brutal nervös aber es ist dann gut gegangen. Der Flow war irgendwie da und ich habe gewusst, was zu tun ist. Ich habe mir gesagt, dass ich jetzt nicht zurückziehen darf – ich muss voll attackieren. Es war so eine Energie im Sprung drinnen, es hat so Spaß gemacht und es ist wunderschön und unglaublich.

Ein herzliches DANKE noch einmal an alle, die das mit möglich gemacht haben. Danke an euch tollen Fans da draußen fürs Daumendrücken und für die vielen positiven Kommentare und Feedbacks. DANKE!

Morgen geht’s weiter im Teambewerb mit den Jungs und ich freue mich schon richtig drauf.

Danke fürs Daumendrücken,

Krafti.

INNSBRUCK,AUSTRIA,02.JAN.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, Four Hills Tournament, large hill, qualification. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

WM Oberstdorf wir kommen!

Meine Wundertütensaison geht munter weiter, wie ich das am Beginn der Saison schon gesagt habe. Es ist immer eine Art „Challenge“ für mich geblieben irgendwie konstant dabei zu sein. Die Maßnahmen für mein Rückenleiden haben immer mehr gegriffen. Es ist zwar immer noch mein täglicher Begleiter, aber ist besser und besser geworden. Das heißt für mich, dass die Achterbahn weitergeht, die Voraussetzungen aber immer besser werden 😉 Das hast sich genau so auch in den vergangenen Wettkämpfen gezeigt – einmal hui, einmal pfui…

Für mich heißt das jetzt auf die WM hin, dass ich einfach weiterhin die Balance halten muss zwischen Belastung, Körper stärken und Regeneration. Die Planung für diese Balance war richtig gut und seit 1,2 Wochen tritt das Skispringen und der Wettkampfrhythmus wieder mehr und mehr in den Vordergrund und ich kann schon wieder sehr gute Sprünge zeigen. Die letzte Performance in Zakopane war zum Teil echt sehr cool und ich war mit 1x Top Ten und 1x Top 5 und vor allem auch mit der Art und Weise, sehr zufrieden – es war ein guter Schritt in die richtige Richtung.
Ich habe es nach dem ganzen körperlichen „Tohuwabohu“ im November, Dezember geschafft, dass ich bestmöglichst bei der WM stehe und das habe ich geschafft – es kann losgehen :)

Ich werde bei der WM die Ruhetage gut nützen und an den Wettkampftagen richtig Gas geben und dann werden wir schauen, was dabei rauskommt 😉 … und natürlich fahre ich auch zu einer WM, um dort vorne bei der Musik dabei zu sein und um Medaillen zu kämpfen. Aber ich muss die Kirche schon im Dorf lassen und klar sagen, dass dieses Mal schon Andere die Favoriten sind. Aber man darf uns nicht abschreiben, wir werden alles geben, kämpfen und uns bestmöglich präsentieren.
Das Flair wird uns schon ein bisschen fehlen und wir sind schon traurig, dass so ein Spektakel in unserem Nachbarland ohne Fans über die Bühne gehen muss. Da wäre die Hölle los, aber da können wir nichts machen. Trotzdem mega cool, dass die Organisatoren das Alles auf die Beine gestellt haben und ich sage jetzt schon DANKE an alle Fans, die daheim mitfiebern und uns die Daumen drücken.

Bis bald,
Krafti

INNSBRUCK,AUSTRIA,12.NOV.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - OESV, Oesterreichischer Ski Verband, training, men. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

„Training dahoam“ statt Skispringen in Zakopane

Der Sportlerseele tut es weh, wenn man bei einem Wettkampf nicht dabei sein wird, ABER wie ich es angekündigt habe, fühlt es sich im Moment für mich nach dem richtigeren Weg an, dem Körper auch immer wieder eine Chance der Regeneration und Stärkung zu geben. Da ich den Gesamtweltcup so und so heuer nicht mehr hoch gewinnen kann, fällt zumindest diese Entscheidung ein wenig leichter… 😉

Nicht dabei zu sein in Zakopane bedeutet keine Pause für mich und ist weit weg von der Vorstellung einfach die Füße hoch zu lagern. Und es ist auch kein Jammern, weil ich weiß, dass viele, viele Menschen mit weit schlimmeren Problematiken zu kämpfen haben. ABER ich mache im Moment nicht mehr den Fehler der letzten Monate und sage mir immer „weiter, das wird schon gehen“, sondern muss jetzt die Prioritäten meinem Körper unterordnen, auch wenn es der Sportlerseele richtig weh tut.

Die Situation bei und nach der Skiflug WM, als mir selbst das Stiegen steigen Schmerzen bereitet hat, war mir Fingerzeig genug, dass das Fass voll ist und ich jetzt unbedingt auf meinen Körper hören muss. Zumal Skispringen an sich ja immer noch eine gefährliche Sportart ist und du schon auch fit auf dem Balken sitzen solltest. Die entstehende zeitliche Lücke nutze ich um zu regenerieren und in Ruhe an meinem Körper zu arbeiten und diesen zu stärken. Dafür habe ich Tag für Tag einen genauen persönlichen Plan, ein genaues Programm, bei dem ich täglich, zum Teil auch mit unterschiedlichen Spezialisten aus verschiedenen Bereichen, arbeite.

In den kommenden Tagen geht es zum Beispiel auch in speziellen Trainingsblöcken darum, auch Muskelgruppen ansprechen, die du sonst als Skispringer eher nur vom Hörensagen kennst. Zum einen sind das eben Physiotherapien und verschiedene Trainings, die allgemein auf eine „fundamentale“ Kräftigung abzielen. Neben einigen zusätzlichen Therapieeinheiten werde ich auch sicher einmal eine kleine Einheit auf einer Schanze suchen. Die Challenge ist ja, weiterhin auch den Skisprungrhythmus zu halten.
Jeder einzelne der etwas mit Kreuzschmerzen am Hut hat, weiß, dass das eine sehr zähe Sache sein kann. Dysbalancen und/oder Spannungen, die sich über Jahre gebildet haben und so „gewachsen sind“, können auch nicht von heute auf morgen verschwinden.

Unterm Strich soll jeder einzelne Tag, jedes Training, jede Therapie, ein Schritt in die Richtung sein, dass ich diese Problematik mit meinem Kreuz (langfristig) in den Griff bekomme und wie schon gesagt, das wird sich sicher über die diesjährige Saison hinaus ziehen. Ich werde meine „Hausaufgaben“ machen, den Jungs die Daumen drücken für Zakopane und dann möchte ich nächste Woche in Lahti wieder mit von der Partie sein.

Wir sehen uns bald wieder, bitte Daume drücken, dass mein Weg passt und dieser Balanceakt auch funktionieren wird.
Euer Krafti.