INNSBRUCK,AUSTRIA,12.NOV.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - OESV, Oesterreichischer Ski Verband, training, men. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

„Training dahoam“ statt Skispringen in Zakopane

Der Sportlerseele tut es weh, wenn man bei einem Wettkampf nicht dabei sein wird, ABER wie ich es angekündigt habe, fühlt es sich im Moment für mich nach dem richtigeren Weg an, dem Körper auch immer wieder eine Chance der Regeneration und Stärkung zu geben. Da ich den Gesamtweltcup so und so heuer nicht mehr hoch gewinnen kann, fällt zumindest diese Entscheidung ein wenig leichter… 😉

Nicht dabei zu sein in Zakopane bedeutet keine Pause für mich und ist weit weg von der Vorstellung einfach die Füße hoch zu lagern. Und es ist auch kein Jammern, weil ich weiß, dass viele, viele Menschen mit weit schlimmeren Problematiken zu kämpfen haben. ABER ich mache im Moment nicht mehr den Fehler der letzten Monate und sage mir immer „weiter, das wird schon gehen“, sondern muss jetzt die Prioritäten meinem Körper unterordnen, auch wenn es der Sportlerseele richtig weh tut.

Die Situation bei und nach der Skiflug WM, als mir selbst das Stiegen steigen Schmerzen bereitet hat, war mir Fingerzeig genug, dass das Fass voll ist und ich jetzt unbedingt auf meinen Körper hören muss. Zumal Skispringen an sich ja immer noch eine gefährliche Sportart ist und du schon auch fit auf dem Balken sitzen solltest. Die entstehende zeitliche Lücke nutze ich um zu regenerieren und in Ruhe an meinem Körper zu arbeiten und diesen zu stärken. Dafür habe ich Tag für Tag einen genauen persönlichen Plan, ein genaues Programm, bei dem ich täglich, zum Teil auch mit unterschiedlichen Spezialisten aus verschiedenen Bereichen, arbeite.

In den kommenden Tagen geht es zum Beispiel auch in speziellen Trainingsblöcken darum, auch Muskelgruppen ansprechen, die du sonst als Skispringer eher nur vom Hörensagen kennst. Zum einen sind das eben Physiotherapien und verschiedene Trainings, die allgemein auf eine „fundamentale“ Kräftigung abzielen. Neben einigen zusätzlichen Therapieeinheiten werde ich auch sicher einmal eine kleine Einheit auf einer Schanze suchen. Die Challenge ist ja, weiterhin auch den Skisprungrhythmus zu halten.
Jeder einzelne der etwas mit Kreuzschmerzen am Hut hat, weiß, dass das eine sehr zähe Sache sein kann. Dysbalancen und/oder Spannungen, die sich über Jahre gebildet haben und so „gewachsen sind“, können auch nicht von heute auf morgen verschwinden.

Unterm Strich soll jeder einzelne Tag, jedes Training, jede Therapie, ein Schritt in die Richtung sein, dass ich diese Problematik mit meinem Kreuz (langfristig) in den Griff bekomme und wie schon gesagt, das wird sich sicher über die diesjährige Saison hinaus ziehen. Ich werde meine „Hausaufgaben“ machen, den Jungs die Daumen drücken für Zakopane und dann möchte ich nächste Woche in Lahti wieder mit von der Partie sein.

Wir sehen uns bald wieder, bitte Daume drücken, dass mein Weg passt und dieser Balanceakt auch funktionieren wird.
Euer Krafti.

VAL DI FIEMME,ITALY,11.JAN.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, normal hill. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

Nach Weihnachten ist vor der Tournee :) :) :)

Ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten und habt die Zeit genießen können. Bei mir war Weihnachten natürlich auch im kleinsten Kreise mit meinen Eltern. Selbstverständlich hat es über Weihnachten auch das eine oder andere „Keksl“ und gute Essen gegeben – das gehört für mich einfach zu Weihnachten dazu. Unterm Strich habe ich die zwei Tage genossen, in denen sich nicht alles um Körper und Skispringen dreht. Jetzt kann es dann losgehen.

Die letzten Tage …

In den letzten Tagen seit Planica ist bei mir schon Einiges passiert. Ich habe viel therapiert und habe Vieles besprochen und beredet und meinen Leitfaden neu erarbeitet. D.h. mein persönliches Konzept und meine Pläne für die kommenden Wochen und die Saison komplett neu aufgestellt und auch angepasst. Dabei stehen ganz klar mein Körper und meine Gesundheit im Mittelpunkt und ich habe diesbezüglich jetzt schon Tag für Tag versucht, das Beste rauszuholen – Schmerz therapieren, Spannungen abbauen, körperliches Training aufnehmen usw. Wie gesagt, während einer Skisprung Saison, mit Wettkämpfen, zumindest an jedem Wochenende, bis in den März hast du nicht viel Freiraum, um auf den Körper zu schauen. ABER es muss und wird mein Ziel sein, das im Fokus zu behalten. Im Moment fühle ich mich den Umständen entsprechend auf einem guten Weg, bin gut vorbereitet und habe einen guten Plan, ABER es wird ziemlich sicher so sein, dass ich nach der Tournee auch noch 1-2 Wochenenden bewusst auslasse, um an meiner Stabilität zu arbeiten. Das „gelbe Trikot“ ist dieses Jahr schon außer Reichweite (mit meinem derzeitigen Punktestand ;-)), und so möchte ich vor allem drauf schauen, dass ich so körperlich fit wie möglich zur WM nach Oberstdorf komme.

 Sprünge als „Wundertüte“

Die paar Sprünge vor Weihnachten auf der Schanze in Seefeld waren für das „Gefühl“ schon mal ganz gut. DAS war der Plan, auf jeden Fall noch mal kurz auf eine Schanze zurück zu kehren. Gerade um auch zu spüren wie der Körper reagiert und natürlich noch mal zu checken, ob das Skispringen noch funktioniert 😉 Das WICHTIGSTE bleibt der Körper, jetzt und die nächsten Wochen und bis zum Saisonende. Das ist der absolute Fokus. Wenn sich der Körper nicht wohlfühlt kann ich nicht in Ruhe Skispringen. Aus diesem Grund ist mir auch wichtig noch einmal zu vermitteln: Ich werde diese Saison eine Wundertüte bleiben! –> Ich kann sehr gut sein, ABER es kann auch plötzlich sein, dass ich daran gehindert werde überhaupt mit zu machen!  => Planica hat das genau bestätigt, was ich vor der Saison schon laut ausgesprochen habe.

Der Mythos Tournee – und dieses Mal keine Fans im Stadion

Zusammenfassend komm ich schon ein bisschen wie ein „Nackapatzl“ zu einer DER großen Veranstaltungen im Skispringen. Mir fehlen einfach Sprünge, ein gewisser Wettkampfrhythmus. Ich werde versuchen einfach eine gute Balance zu finden und dann werden wir sehen wohin die Reise geht.

Der Wettkampfrhythmus ist das Eine, die Atmosphäre das Andere. Was uns alle natürlich schon traurig macht ist, dass so ein Spektakel ohne Zuschauer und Fans über die Bühne gehen muss. Wir sind uns alle bewusst, dass es nur so geht, aber da fehlt uns schon ein wesentlicher Teil, der die Tournee so auch ein stückweit ausmacht. Mit einem „Eisei“ in dieser Verfassung würden die Deutschen die Hütte in Oberstdorf und Garmisch wahrscheinlich noch mehr abreißen, als sonst, völlig „durchdrehen“ und ein Springen in Österreich ohne Fans ist schon eine ganz eigene Atmosphäre. Aber es werden wieder andere Zeiten kommen und wir werden es dann wieder umso mehr genießen, wenn uns die Fans hinuntertragen.

 Ziele, Favoriten, unser Team UND da Michl …

Was die Ziele für die Tournee angeht, sind das natürlich ganz andere als in den letzten Jahren. Es wäre wirklich unrealistisch, wenn ich das anders sehen würde. Nichts desto trotz werde ich alles geben, wie immer. Ich werde versuchen einfach Skizuspringen, alles aufzunehmen und unter Wettkampfbedingungen die Spannung aufzubauen und zu halten. Ich bin einfach nur happy, dass ich dabei sein kann bei diesem „Mythos“ Vierschanzentournee – das ist und bleibt einfach speziell.

Deutsche, Norweger, Polen – die sind alle wieder stark. Trotzdem darf man uns nicht abschreiben 😉 Hubi, Michi und die anderen – wir werden auf jeden Fall alles geben. Ich freu mich vor allem wieder auf’n Michl – wir haben schon einiges gemeinsam erlebt, die letzten Jahre. Aber die letzten Wochen haben mir wieder gezeigt, wie wichtig es ist, einen Buddy an deiner Seite zu haben, der mit dir kämpft. Gemeinsam ists besser als alleine UND vor allem lustiger! Jetzt haben wir uns eh schon lange nicht mehr gesehen ;-). Wir müssen wieder zusammenhalten, egal was rauskommt.

Ich freue mich auf die Tournee und die Wettkämpfe, jetzt schon DANKE fürs Daumendrücken und hoffentlich bis bald,

Krafti.

WISLA,POLAND,22.NOV.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, large hill, men. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Wrofoto/ Piotr Hawalej - ATTENTION - NO USAGE RIGHTS FOR POLISH CLIENTS

Körperliche Herausforderung und „Wundertüte“

Meine Untersuchungen gestern in Innsbruck waren wichtig, haben aber hinsichtlich meiner immer wieder einmal auftreten Rückenschmerzen keine neuen Erkenntnisse diesbezüglich gebracht. Medizinisch gesehen fehlt mir strukturell gesehen gar nichts und ich bin gesund. Es handelt sich einfach um eine Mischung aus einer kleinen Entzündung im Beckenbereich, um „Spannungen“ im Gesamten und dadurch um eine strukturelle Überlastung. Aus diesem Grund kann es ab und zu zu Reaktionen des Körpers kommen. Das wird auch diese Saison so bleiben.

Im Moment sendet mein Körper immer noch negative Signale und ich möchte das Risiko nicht eingehen, dass es sich im Moment noch weiter verschlechtert. Aus diesem Grund werde ich nicht mehr nach Planica zum Teambewerb reisen. Es ist für mich persönlich enttäuschend, weil ich meinem Team natürlich auch helfen will. Aber ich muss jetzt auf meine Gesundheit schauen und auf meinen Körper hören. Es nützt weder mir, noch der Mannschaft, wenn ich nach einem Durchgang vielleicht wieder Probleme habe und ich dann dastehe und dem Team ein Springer fehlt.

Ich werde jetzt zu Hause bleiben und arbeite bereits seit heute Vormittag an meiner körperlichen Herausforderung. Dafür habe ich heute Vormittag schon eine Therapieeinheit absolviert.  Somit ist das klare Ziel, alles dafür zu tun, um in Engelberg wieder mit einer stabileren, körperlichen Verfassung in den Weltcup einzusteigen.
Zum Schluss kann ich nur noch einmal mit Nachdruck darauf verweisen, was ich auch in den letzten Tagen versucht habe zu erklären: Nämlich, dass ich in dieser Saison eine „Wundertüte“ (eigentlich sehr gut drauf, aber leider manchmal plötzlich zum Zuschauen verdammt) bleiben werde und ich je nach Saisonverlauf schauen muss, wie mein Körper da mitspielt.

Diese körperliche Herausforderung ist einfach speziell und schwierig in den Griff zu bekommen. Der gestrige medizinische Check hat mich darin bestätigt, dass ich gut betreut bin und professionell mit meinem bestehenden Umfeld arbeite. Ich werde weiterhin versuchen konsequent an einer Verbesserung der Situation zu arbeiten.
Es wird nicht leicht bleiben und diese Thematik wird mich sicher noch einige Zeit (auch über die Saison hinaus) begleiten.

Ich habe jetzt versucht alles Wichtige zu vermitteln und bitte um Verständnis, dass ich mich in naher Zukunft mit Aussagen in diese Richtung zurückhalten werde.

Krafti.

WISLA,POLAND,21.NOV.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, large hill, men, team competition. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Wrofoto/ Piotr Hawalej - ATTENTION - NO USAGE RIGHTS FOR POLISH CLIENTS

Läuft nicht so bei mir…

Es ist wirklich zum Schreien. Mein Plan und mein Konzept für diese und die kommenden Tage wäre augenscheinlich super gewesen. Ich habe mich auch bei einem Skifliegen selten bei einem ersten Sprung so wohl gefühlt, wie jetzt hier in Planica gleich von Anfang an – es wäre super gelaufen mit 239 Metern.

Anscheinend will es im Moment einfach nicht sein. Zuerst Corona, jetzt meldet sich wieder mein Rücken mit der selben Problematik wie im Sommer. Ich habe die körperliche Geschichte mit meinem Rücken eigentlich schon ganz gut in den Griff bekommen. Es scheint aber, dass nach diesen zwei Wochen ohne Belastung und ohne Trainingsmöglichkeit, der Körper wieder reagiert hat.

Das zeigt jetzt und bestätig leider auch das, was ich vor 4, 5 Wochen schon gesagt habe, nämlich dass ich in dieser Saison eine „Wundertüte“ bleiben werde und ich bei diesem strengen Programm schauen muss, wie mein Körper da mitspielt.

Ich werde weiterhin versuchen, dass ich diese körperliche Geschichte in den Griff bekomme – dabei geht es einerseits um strukturelle Sachen und auch „Spannungen“. Aus diesem Grund werde ich das heute in Innsbruck ärztlich abklären lassen und alles Weitere wird sich weisen.

Ob ich dann am Sonntag beim Teambewerb an den Start gehen kann, steht noch nicht fest – das werden die nächsten zwei Tage weisen.

Bis bald,

Euer Krafti.

Krafti abreise Planica

Auf geht’s zur Skiflug WM nach Planica – die Koffer sind gepackt….

Ja, ich werde dabei sein! Die letzten vier Tage ist mein Körpergefühl besser und besser geworden und der „kleine Bua“ in mir entwickelt immer mehr Freude und Begeisterung im Hinblick aufs „Fliegen“.

Die letzten 14 Tage waren wie eine Hochschaubahn. In den eigenen vier Wänden bist du natürlich eingeschränkt und ich habe versucht, mir immer wieder kleine Ziele zu setzen und optimistisch zu bleiben. Zuerst eine Woche beinahe ohne Symptome, dann mit den grippeähnlichen Symptomen. Kurzum, zum Nichts tu verdammt (und ja, man sollte diesen Virus nicht unterschätzen!). In den letzten Tagen hat sich das aber wieder gedreht und mein Körper hat sich Tag für Tag besser angefühlt und bessere Signale gesendet. Nach meinem negativen Coronatest, stand heute noch die sportmedizinische Untersuchung am Plan und es ist alles gut verlaufen.

Die ganzen Tests hin oder her, sie sind zur allgemeinen Abklärung wichtig, aber ich versuche auch auf meinen Körper zu hören. Das haben wir in den letzten Jahren immer getan, wenn schwierige Entscheidungen am Plan standen. Aus diesem Grund ist auch meine Entscheidung erst heute gefallen, weil es eine ist, bei der vor allem die Gesundheit und auch die Fitness im Vordergrund stehen. Für diese Woche, aber natürlich auch mit einem Auge auf die Wochen, die dann in dieser Saison noch folgen werden.
Mein allgemeiner körperlicher Zustand, meine Gesundheit und meine Fitness fühlen sich, natürlich der Situation entsprechend, gut an. Das war für die Entscheidungsfindung sehr sehr wichtig. Dass ich in Summe an Substanz verloren habe, steht dabei natürlich außer Frage. Aber ich war gestern noch für eine ordentliche Krafteinheit in Rif und die hat sich richtig gut angefühlt hat.

Trainings- oder Vorbereitungssprünge auf einer anderen Schanze waren zeitlich nicht mehr möglich, ich werde also versuchen mir „vor Ort“ das Gefühl und den Sprungrhythmus zu holen. Ich habe gewusst, dass es knapp wird, aber ich bin glücklich, dass ich überhaupt dabei sein kann – Rhythmus hin oder her. Ich habe meinen Plan zusammen und werde versuchen diesen durchzuziehen. Ich bin Realist genug, dass ich weiß, dass ich im Moment nicht auf einem Level mit den starken Norwegern, Polen und einem Eisenbichler usw. bin. Die anderen haben zusätzlich noch alle einen Wettkampfrhythmus, der ein wichtiger Vorteil ist, wenn es Schlag auf Schlag geht. Aber ich bin bei der WM dabei und ich werde alles versuchen und dann schauen, was geht. Zu den Favoriten würde ich mich jedenfalls dieses Mal NICHT zählen – das steht fest 😉

Fakt ist, ich bin mit Leib und Seele Skispringer und ich liebe das Gefühl des „Fliegens“. Ich folge da jetzt meinem Herzen und meinem Instinkt. Ich habe das Für und Wider nach dem momentanen Status quo ganz genau abgewogen und der „kleine Bua“ in mir schreit „komm‘ des mach ma!“ 😉 😊

Ich will da nicht lange herumeiern. Entscheidungen gehören getroffen und die nahe Zukunft wird es weisen, wohin die Reise geht.
Drückt mir bitte alle Daumen – dann wird das schon 😊!

DANKE und bis bald,

Krafti.

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„Abwarten und Tee trinken“

Mittlerweile hat mich das Corona Virus auch erwischt und es fühlt sich im Moment mehr als bitter an, zu Hause zu sitzen und im Fernseher Skispringen anzuschauen – das schmerzt ganz einfach in meinem ehrgeizigen Sportlerherz. Ich hätte mir die Vorbereitung auf die Skiflug-Weltmeisterschaft natürlich auch ganz ganz anders vorgestellt und wollte in Richtung Topform dorthin kommen. Aber ich muss jetzt das Beste daraus machen und mir halt im Fernsehen das eine oder andere abschauen 😉 

Ansonsten fühle mich soweit eigentlich okay, auch wenn ich alles andere als fit bin. Ich habe mich am Freitag/Samstag noch sehr gut gefühlt und hatte auch keine Symptome. Am Sonntag/Montag hat das Ganze dann etwas anders ausgeschaut und ich habe nun seit gut drei Tagen leichte grippeähnliche Symptome. Im Detail heißt das, dass sich meine Nase und auch meine Nasennebenhöhlen irgendwie „zu“ anfühlen und dass seit gestern/vorgestern leichter Geschmacksverlust dazu gekommen ist.

Obwohl ich mich soweit ganz okay fühle, ist im Moment nicht an ein Training daheim zu denken – das ist gerade einfach nicht möglich. Anstatt Training daheim steht für mich Tag für Tag im wahrsten Sinne des Wortes „Abwarten und Tee trinken“ am Programm. Ein schwacher Trost im Hinblick auf eines DER Highlights in diesem Jahr, der Skiflug-WM in Planica, aber es nützt ganz einfach nichts.

Ich versuche jetzt gerade die Symptome eben mit Teetrinken, Inhalieren, Vitaminen und anderen Hausmitteln zu bekämpfen. Ich werde in den nächsten Tagen wieder einen Test machen und dann schauen wir weiter. Zusätzlich steht dann für mich auch noch ein sportmedizinischer Test am Plan, sobald ich mich wieder fit fühle – wann das sein wird, kann ich jetzt nicht abschätzen.

Ich kann euch zum jetzigen Augenblick auch über die persönliche Planung in Richtung Skiflug-WM, Trainingssprünge bis dorthin usw. leider nicht mehr sagen. Ich muss sehen, was die Zeit und die Tests bringen und dann werde ich schauen, wohin die Reise geht.

Danke für den aufmunternden Zuspruch in den letzten Tagen, ich halte euch auf dem Laufenden,
Krafti.

 

 

INNSBRUCK,AUSTRIA,12.NOV.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - OESV, Oesterreichischer Ski Verband, training, men. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

Auf geht’s in eine „spezielle“ Saison

Am kommenden Wochenende starten wir mit den Bewerben in Wisla in die Weltcupsaison und der kommende Winter wird ohne Zweifel ein „spezieller“ oder gar einzigartiger werden. Zum einen wird Corona, aber natürlich auch die spezielle Vorbereitung eine große Rolle spielen. Die Vorbereitung hat im Frühling eigentlich perfekt begonnen. Trainingstechnisch habe ich für mich das Beste aus dem ersten Lockdown herausgeholt. Ich bin dann auch gut in den Sommer gestartet und habe richtig coole Sprünge abgeliefert.

Im Juli, August hat sich dann mein Rücken wieder bemerkbar gemacht und es ist mir 3,4 Mal richtig ins Kreuz „eingeschossen“ und alltägliche Dinge wie Schuhe binden, oder normal aus dem Bett oder Auto steigen waren kaum noch möglich.
Neben meinem Rücken wird natürlich auch Corona ein ständiger Begleiter sein, die Fans werden uns mehr als fehlen und die Atmosphäre könnte dann eher eine traurige für uns Springer und für die Fans sein.
Für die Fans, für den Sport und auch für uns wäre es einfach wichtig, wenn wir so viele Wettkämpfe wie möglich durchbringen. Es wäre für alle wichtig, wenn wir gerade in dieser Zeit mit sportlichen Leistungen für eine gewisse Ablenkung sorgen können. Die Corona Zeit hat uns nämlich gezeigt, wie wichtige Sport und Bewegung generell für uns alle ist, besonders für die Kids. Ich bin deshalb froh, dass wir unserem Sport jetzt wieder nachgehen können und dann eben auch als Vorbild für die Kids unterwegs sind.

Aber Corona & Co. hin oder her es wird eine gewaltige Saison mit einem Highlight nach dem anderen. Es fühlt sich im Moment eher nach einer „Wundertüte“ an was meine Sprünge anbelangt aber ich bin ein Wettkampftyp und kann es kaum erwarten bis es endlich losgeht. Es wird eine lange Saison, mit einem sehr dichten Programm – die Regenerations- und Erholungszeiten sind dünn gesät. Aber das Trainerteam und die Physios werden schauen, dass wir bestmöglich versorgt sind, ich habe mit Patrick einen guten Plan ausgetüftelt und wir werden schauen, was dann geht.

Auf jeden Fall freue ich mich, wenn es jetzt losgeht, danke fürs Daumen drücken und wir schreiben bzw. lesen uns,

Euer Krafti.

Krafti news

Bye Bye Sommer, Hallo Herbst 😊

Der Sommer hat uns langsam aber sicher den Rücken gekehrt und wir befinden uns mitten im Herbst, mitten in der letzten Phase der Vorbereitung auf eine neue, sehr spannende Saison. Der Urlaub liegt hinter mir, ich habe traditionellerweise im August noch ein paar ruhigere Tage eingelegt und freue mich jetzt schon auf das was da kommt in den kommenden Monaten.

Im Moment ist es für uns Skispringer schwierig zu sagen, wo wir im Vergleich stehen. Wir haben aufgrund der aktuellen Situation nur sehr sehr wenige bis keine Möglichkeiten auf einen Wettkampf und das erschwert einfach auch die persönliche Einschätzung.

Wenn du dann die Möglichkeit hast für einen Wettkampf, ist es schwer in den Wettkampfrhythmus zu kommen bzw. diesen zu halten. Aber es geht im Moment diesbezüglich jedem gleich, also gilt es einfach jetzt in Richtung der Saison noch ein paar Flugmeilen zu sammeln und in den Rhythmus zu kommen. Ich hoffe, mein Rücken macht mir hier nicht allzuviele Probleme, auch wenn er immer wieder zwickt aber wir arbeiten gut daran und ich werde schauen, dass ich schmerzfrei unterwegs sein kann – das ist das wichtigste.

Neben vielen Trainings und auch dem einen oder anderen Kurs mit dem Team (endlich sind wir wieder öfter mit dem Team unterwegs 😉) hatte ich in den vergangenen Tagen auch die Ehre bei „Willkommen Österreich“ zu Gast zu sein und dort meine Lachmuskeln gscheit zu trainieren. Mit der nötigen Portion an Humor und einer guten Balance zwischen guten und richtig getimten Trainingseinheiten geht es für mit jetzt in die letzte Phase vor der neuen Saison.

Ich bin motiviert und freue mich schon wieder auf das Wettkampfgefühl und gute Sprünge. Danke in der Zwischenzeit für eure Unterstützung,

Krafti.

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Fallschirmspringen mit der JumpandReach family

Hoch hinaus gings am vergangenen Dienstag für mich und die gesamte JumpandReach family. Zu Gast beim HSV Red Bull Salzburg stand an diesem Tag Fallschirmspringen bei Kaiserwetter auf dem Programm. Ich habe schon 2 Tandemsprünge hinter mir, aber das Gefühl ist immer wieder überwältigend. Wir Skispringer sollten die Höhe, das Spielen mit der Luft und einen gewissen Adrenalinkick gewöhnt sein (glaubt man zumindest) aber wenn dann auf 4000 Metern die Tür aufgeht, dir der Wind um die Ohren pfeift, dann ist‘s mit der Gelassenheit ganz schnell vorbei 😉

Direkt gestartet vom Hangar 8 aus ging es hinauf auf über 4000 Meter und dann 50 Sekunden im freien Fall nach unten, mit traumhaften Blick auf die Heimat, auf die wunderschöne Umgebung und noch weit über Salzburg hinaus. Das Gefühl, wenn du aus dem Flieger springst, kann man so nicht beschreiben, das muss man erlebt haben. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass das eine Art Hobby von mir werden könnte in den nächsten Jahren und vielleicht nach der Karriere, aber auf jeden Fall könnte man schon ein wenig süchtig werden nach diesem Kick und diesem Gefühl in der Luft.

Ich wünsche euch noch schöne, hoffentlich sommerliche Tage.

Wir hören bzw. lesen uns,

Krafti.

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Endlich wieder Trainingskurse und JaR family Treffen

Ich wurde in der vergangenen Zeit oft gefragt, was mir eigentlich in der Coronazeit am meisten fehlt bzw. gefehlt hat. Neben dem Reisen, das ein wichtiger und schöner Ausgleich für mich nach der Saison ist, ist es ganz klar das Treffen von Freunden, Teamkollegen, das gemeinsame Training und die gemeinsame Zeit.

Die Trainings daheim im „home-office“ war zwar in Ordnung und eine gute Übergangslösung aber das Training mit dem Team und die Trainingskurse sind damit ganz und gar nicht zu vergleichen. Im Trainingskurs läuft der Schmee, du kannst dich mit deinen Kollegen austauschen und hast immer etwas zu lachen. Wir hatten jetzt den ein oder anderen Trainingskurs und ich bin sehr froh, dass wir wieder gemeinsam als Team unterwegs sein können.

Neben Trainings mit dem Team und den Kursen, war das JumpandReach come-together letztes Wochenende auch ein Treffen, auf das ich mich schon wieder sehr gefreut habe. Coronabedingt ist es auch eine Weile her, dass wir gemeinsam etwas unternommen haben und in Ruhe Zeit hatten auf die letzte Saison zurückzublicken und uns auszutauschen. Neben einer gemütlichen Wanderung auf die Geolsalm (natürlich mit Kaiserschmarren) gabs eine richtig schöne Trophäenfeier und Zeit, ein paar Bälle auf dem Golfplatz zu schlagen. Es waren gemütliche, erholsame und auch lehrreiche Tage uns alle im Zillertal.

Für mich geht es jetzt mit Trainingssprüngen weiter in den kommenden Tagen und Wochen und dann werde ich langsam aber sicher Richtung Urlaub schauen J

Alles Gute,
Euer Krafti.