Gemeinsame Wanderung mit sportbegeisterten Kindern - Hiking with some sports enthusiastic kids

„Familientreffen“ beim JumpandReach for friends

Im Sommer war es endlich wieder soweit. Das alljährliche JumpandReach for friends in Seefeld stand auf dem Programm. Mit der gesamten JumpandReach Familie zusammen zu kommen und gemeinsam etwas zu unternehmen, ist immer richtig cool. :)

Die Wanderung am ersten Tag war richtig lässig. Es ging mit vielen sportbegeisterten Kids auf die Hocheggalm. Das Wetter war perfekt und die Freude der Kinder war ebenso richtig ansteckend. Besonders beim Spikeball und Frisbee wurde die Energie der Kids sichtbar. Es ist immer schön, wenn man all die neugierigen Fragen beantworten und den Jungen etwas zurückgeben kann. Und die Jause und der Kaiserschmarrn auf der Alm waren natürlich auch ein Highlight. 😉

Am Abend ging es dann schon mit einer Medaillenfeier und feierlichem Dinner im kleinen Rahmen weiter. Insgesamt acht Medaillen hat die JumpandReach Familie von der WM in Oberstdorf mitgebracht! Ich bin natürlich stolz, dass ich mit meinem Gold, Silber und Bronze gleich drei Medaillen beisteuern konnte, aber ich freue mich auch extrem mit Michi, Chiara und Jo über ihre tollen Erfolge. Nach dieser außergewöhnlichen und sehr speziellen Saison mit einigen Höhen und Tiefen war dieses familiäre Zusammenkommen umso schöner. Gestärkt wurde der Teamgeist dann noch durch Workshops am letzten Tag.

Das JumpandReach for friends war wie immer eine Reise wert. Die drei Tage sind durch die super Atmosphäre echt schnell vergangen und ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit allen. Nun bin ich aber schon Mitten in den Vorbereitungen auf die Olympiasaison und das natürlich mit voller Motivation! :)

 

Wir hören uns bald wieder

Euer Krafti

krafti

Nach der Saison ist vor der (Olympia-) Saison

Die vergangene Saison ist schon wieder seit ein paar Tagen Geschichte und nach ein paar ruhigeren (Urlaubs-) Tagen daheim, hat für mich langsam aber sicher wieder das Training und somit die Vorbereitung begonnen. Das eine oder andere Training mit dem Team habe ich schon wieder in den Beinen, die Stimmung im Team ist cool und wir sind fleißig beim Schwitzen für die kommende Saison, die neben Olympischen Spielen auch 3(!!!) Heimspringen für uns parat hat auf die wir uns alle natürlich richtig freuen.

Neben den Stützpunkttrainings mit den Kollegen, stand eben auch der Wings for Life Run am Plan und am 09. Mai (Muttertag) war ich im JumpandReach family Team mittendrin statt nur dabei – wenn auch nur als Begleiter meiner Mama, weil mein Zeh mir ein wenig einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Langsam aber sicher wird das aber auch wieder besser 😉

Bevor es jetzt dann Mitte Juni mit dem ersten Trainingskurs (Faak) wieder losgeht, stand heute noch ein cooler Tag mit den Kids auf dem Programm. Ich bin seit vielen Jahren gerne und so oft es geht bei Projekten dabei, die Kinder in Bewegung bringen, und das heutige „Kids Camp“ hat viel viel Spaß gemacht und ich hoffe, ich haben den Stars von morgen den einen oder anderen Tipp geben können 😉

… und an dieser Stelle noch einmal Danke für eure zahlreichen Geburtstagswünsche 😉

Wir sehen uns,
euer Krafti.

SALZBURG,AUSTRIA,30.MAR.21-WINTERSPORTS - Jump and Reach, photo shoot. Image shows Stefan Kraft (AUT).  keywords: medal. Photo: GEPA pictures/ Jasmin Walter

Bye Bye Saison 20/21 👋

Auf und ab und auf und ab… so in etwa hat sich diese Saison für mich angefühlt 😉 Nein Spaß beiseite, es war die erwartet herausfordernde und schwierige Saison für mich. Gleich zu Beginn hat Corona ordentlich dazwischengefunkt, dann hat mein Rücken sich in regelmäßigen Abständen gemeldet und so ist das Eine oder Andere zusammengekommen, das ein „in den Rhythmus kommen“ kaum möglich gemacht hat. Die Vorbereitung war mit sehr wenigen Sprüngen auch nicht ideal und so waren die Vorzeichen für die Saison einfach ungewiss.

Und so war ich von Woche zu Woche eben wie eine Art „Wundertüte“ im Weltcupzirkus unterwegs. Von Platz 32 zum Saisonstart in Wisla, dem Abbruch der Skiflug WM in Planica bis hin zum Weltmeistertitel und drei Medaillen in Oberstdorf war alles dabei. Ich habe viel auf meinen Körper gehört und habe diese Balance zwischen Wettkampf und Regeneration in den Mittelpunkt gestellt.

Am Ende darf ich auf eine richtig coole Saison mit drei Medaillen und dem einen oder anderen coolen Resultat und Sprung zurückblicken und unterm Strich kann ich wirklich zufrieden sein. Neben meinen individuellen Vorzeichen und Herausforderungen war es für die gesamte Skisprungfamily eine spezielle Saison und es ist kein Geheimnis, dass uns die Fans schon richtig gefehlt haben. Das ist mitunter auch einer meiner größten Wünsche im Hinblick aufs Skispringen, dass wir im nächsten Jahr wieder vor vollen Rängen, tobenden Fans und rot-weiß-roten Fahnen wettkämpfen können.

Bis dahin wünsche ich euch einen guten Start in den Frühling bzw. Sommer, danke für euren Support daheim vor den Bildschirmen während der ganzen Saison,
bleibt’s gesund und wir lesen/hören uns wieder,

Krafti.

OBERSTDORF,GERMANY,06.MAR.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS Nordic World Ski Championships, team event, large hill, men, award ceremony. Image shows Stefan Kraft (AUT). Keywords: medal. Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram

Danke Oberstdorf!!

Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich nach der WM mit 3 Medaillen nach Hause fahre, dann hätte ich das wohl nur ganz ganz schwer bis gar nicht glauben können. Meine persönliche Vorgeschichte rund um meine Rückenprobleme, Corona usw. hat einfach nicht gerade dazu beigetragen, dass ich mir viel ausrechnen hätte dürfen.

Jetzt stehe ich mit 3 Medaillen da und bin einfach nur sprachlos und überglücklich. Gold im Einzel, Bronze im Mixed Team und zum Abschluss noch eine Silberne mit den Teamkollegen. Es hätte für mich ganz einfach nicht besser laufen können. Nach der Tournee habe ich alles auf die WM hin ausgerichtet – dass das dann so aufgeht ist natürlich wunderschön und ich bin auch einfach nur happy, dass mein Rücken gehalten hat. Das war natürlich die wichtigste Komponente.

Ich fahre jetzt mit vielen vielen schönen Erinnerungen von Oberstdorf nach Hause und freue mich dort auf ein paar ruhigere Tage. Oberstdorf war trotz der vielen schwierigen Vorzeichen ein absolutes Highlight und der Veranstalter hat alles rausgeholt, was nur irgendwie möglich war und wir dürfen schon froh sein, dass wir diese WM so überhaupt haben konnten – DANKE dafür!

Nach der WM ist vor Planica und es fühlt sich irgendwie wie eine Art Weihnachtsgeschenk an, dass wir zum Saisonabschluss jetzt noch einmal fünf Tage Skifliegen dürfen. Ich freue mich riesig auf diesen Abschluss und werde das noch einmal in vollen Zügen genießen.

Bis dahin nochmal danke für eure coole Unterstützung und eure vielen vielen positiven Nachrichten und Glückwünsche,

Krafti.

OBERSTDORF,GERMANY,05.MAR.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS Nordic World Ski Championships, large hill, men, award ceremony. Image shows Stefan Kraft (AUT). Keywords: medal. Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram

WEEELLLLTTMEEEISTER!!!!!!

Mir fehlen nach wie vor noch ein bisschen die Worte zu dem, was sich da heute in Oberstdorf abgespielt hat. Mit dieser Vorgeschichte ist die Goldmedaille wunderschön und ganz einfach ein Traum für mich. Es ist unglaublich, dass das jetzt in Oberstdorf so passiert ist. In Planica bei der Skiflug WM habe ich mir meine Socken noch nicht mal selber anziehen können – ich war so weit weg. Dass ich jetzt so dastehe, dass es mir körperlich so gut geht, dafür muss ich so vielen Leuten DANKE sagen. Ich habe mit Patrick alles auf die WM hin ausgelegt, das ganze Team rund um meine Trainer im Team haben das alles perfekt abgerundet und ich habe schon gespürt, dass wenn mein Rücken hält, ich schon dabei sein kann bei der Musik.

Dass es dann so funktioniert bei dieser Schneeschlacht ist Wahnsinn. Es war jeder Sprung wie aus einem Guss und ich bin so richtig in einen Flow hineingekommen. Ich war schon brutal nervös aber es ist dann gut gegangen. Der Flow war irgendwie da und ich habe gewusst, was zu tun ist. Ich habe mir gesagt, dass ich jetzt nicht zurückziehen darf – ich muss voll attackieren. Es war so eine Energie im Sprung drinnen, es hat so Spaß gemacht und es ist wunderschön und unglaublich.

Ein herzliches DANKE noch einmal an alle, die das mit möglich gemacht haben. Danke an euch tollen Fans da draußen fürs Daumendrücken und für die vielen positiven Kommentare und Feedbacks. DANKE!

Morgen geht’s weiter im Teambewerb mit den Jungs und ich freue mich schon richtig drauf.

Danke fürs Daumendrücken,

Krafti.

INNSBRUCK,AUSTRIA,02.JAN.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, Four Hills Tournament, large hill, qualification. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

WM Oberstdorf wir kommen!

Meine Wundertütensaison geht munter weiter, wie ich das am Beginn der Saison schon gesagt habe. Es ist immer eine Art „Challenge“ für mich geblieben irgendwie konstant dabei zu sein. Die Maßnahmen für mein Rückenleiden haben immer mehr gegriffen. Es ist zwar immer noch mein täglicher Begleiter, aber ist besser und besser geworden. Das heißt für mich, dass die Achterbahn weitergeht, die Voraussetzungen aber immer besser werden 😉 Das hast sich genau so auch in den vergangenen Wettkämpfen gezeigt – einmal hui, einmal pfui…

Für mich heißt das jetzt auf die WM hin, dass ich einfach weiterhin die Balance halten muss zwischen Belastung, Körper stärken und Regeneration. Die Planung für diese Balance war richtig gut und seit 1,2 Wochen tritt das Skispringen und der Wettkampfrhythmus wieder mehr und mehr in den Vordergrund und ich kann schon wieder sehr gute Sprünge zeigen. Die letzte Performance in Zakopane war zum Teil echt sehr cool und ich war mit 1x Top Ten und 1x Top 5 und vor allem auch mit der Art und Weise, sehr zufrieden – es war ein guter Schritt in die richtige Richtung.
Ich habe es nach dem ganzen körperlichen „Tohuwabohu“ im November, Dezember geschafft, dass ich bestmöglichst bei der WM stehe und das habe ich geschafft – es kann losgehen :)

Ich werde bei der WM die Ruhetage gut nützen und an den Wettkampftagen richtig Gas geben und dann werden wir schauen, was dabei rauskommt 😉 … und natürlich fahre ich auch zu einer WM, um dort vorne bei der Musik dabei zu sein und um Medaillen zu kämpfen. Aber ich muss die Kirche schon im Dorf lassen und klar sagen, dass dieses Mal schon Andere die Favoriten sind. Aber man darf uns nicht abschreiben, wir werden alles geben, kämpfen und uns bestmöglich präsentieren.
Das Flair wird uns schon ein bisschen fehlen und wir sind schon traurig, dass so ein Spektakel in unserem Nachbarland ohne Fans über die Bühne gehen muss. Da wäre die Hölle los, aber da können wir nichts machen. Trotzdem mega cool, dass die Organisatoren das Alles auf die Beine gestellt haben und ich sage jetzt schon DANKE an alle Fans, die daheim mitfiebern und uns die Daumen drücken.

Bis bald,
Krafti

INNSBRUCK,AUSTRIA,12.NOV.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - OESV, Oesterreichischer Ski Verband, training, men. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

„Training dahoam“ statt Skispringen in Zakopane

Der Sportlerseele tut es weh, wenn man bei einem Wettkampf nicht dabei sein wird, ABER wie ich es angekündigt habe, fühlt es sich im Moment für mich nach dem richtigeren Weg an, dem Körper auch immer wieder eine Chance der Regeneration und Stärkung zu geben. Da ich den Gesamtweltcup so und so heuer nicht mehr hoch gewinnen kann, fällt zumindest diese Entscheidung ein wenig leichter… 😉

Nicht dabei zu sein in Zakopane bedeutet keine Pause für mich und ist weit weg von der Vorstellung einfach die Füße hoch zu lagern. Und es ist auch kein Jammern, weil ich weiß, dass viele, viele Menschen mit weit schlimmeren Problematiken zu kämpfen haben. ABER ich mache im Moment nicht mehr den Fehler der letzten Monate und sage mir immer „weiter, das wird schon gehen“, sondern muss jetzt die Prioritäten meinem Körper unterordnen, auch wenn es der Sportlerseele richtig weh tut.

Die Situation bei und nach der Skiflug WM, als mir selbst das Stiegen steigen Schmerzen bereitet hat, war mir Fingerzeig genug, dass das Fass voll ist und ich jetzt unbedingt auf meinen Körper hören muss. Zumal Skispringen an sich ja immer noch eine gefährliche Sportart ist und du schon auch fit auf dem Balken sitzen solltest. Die entstehende zeitliche Lücke nutze ich um zu regenerieren und in Ruhe an meinem Körper zu arbeiten und diesen zu stärken. Dafür habe ich Tag für Tag einen genauen persönlichen Plan, ein genaues Programm, bei dem ich täglich, zum Teil auch mit unterschiedlichen Spezialisten aus verschiedenen Bereichen, arbeite.

In den kommenden Tagen geht es zum Beispiel auch in speziellen Trainingsblöcken darum, auch Muskelgruppen ansprechen, die du sonst als Skispringer eher nur vom Hörensagen kennst. Zum einen sind das eben Physiotherapien und verschiedene Trainings, die allgemein auf eine „fundamentale“ Kräftigung abzielen. Neben einigen zusätzlichen Therapieeinheiten werde ich auch sicher einmal eine kleine Einheit auf einer Schanze suchen. Die Challenge ist ja, weiterhin auch den Skisprungrhythmus zu halten.
Jeder einzelne der etwas mit Kreuzschmerzen am Hut hat, weiß, dass das eine sehr zähe Sache sein kann. Dysbalancen und/oder Spannungen, die sich über Jahre gebildet haben und so „gewachsen sind“, können auch nicht von heute auf morgen verschwinden.

Unterm Strich soll jeder einzelne Tag, jedes Training, jede Therapie, ein Schritt in die Richtung sein, dass ich diese Problematik mit meinem Kreuz (langfristig) in den Griff bekomme und wie schon gesagt, das wird sich sicher über die diesjährige Saison hinaus ziehen. Ich werde meine „Hausaufgaben“ machen, den Jungs die Daumen drücken für Zakopane und dann möchte ich nächste Woche in Lahti wieder mit von der Partie sein.

Wir sehen uns bald wieder, bitte Daume drücken, dass mein Weg passt und dieser Balanceakt auch funktionieren wird.
Euer Krafti.

VAL DI FIEMME,ITALY,11.JAN.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, normal hill. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

Nach Weihnachten ist vor der Tournee :) :) :)

Ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten und habt die Zeit genießen können. Bei mir war Weihnachten natürlich auch im kleinsten Kreise mit meinen Eltern. Selbstverständlich hat es über Weihnachten auch das eine oder andere „Keksl“ und gute Essen gegeben – das gehört für mich einfach zu Weihnachten dazu. Unterm Strich habe ich die zwei Tage genossen, in denen sich nicht alles um Körper und Skispringen dreht. Jetzt kann es dann losgehen.

Die letzten Tage …

In den letzten Tagen seit Planica ist bei mir schon Einiges passiert. Ich habe viel therapiert und habe Vieles besprochen und beredet und meinen Leitfaden neu erarbeitet. D.h. mein persönliches Konzept und meine Pläne für die kommenden Wochen und die Saison komplett neu aufgestellt und auch angepasst. Dabei stehen ganz klar mein Körper und meine Gesundheit im Mittelpunkt und ich habe diesbezüglich jetzt schon Tag für Tag versucht, das Beste rauszuholen – Schmerz therapieren, Spannungen abbauen, körperliches Training aufnehmen usw. Wie gesagt, während einer Skisprung Saison, mit Wettkämpfen, zumindest an jedem Wochenende, bis in den März hast du nicht viel Freiraum, um auf den Körper zu schauen. ABER es muss und wird mein Ziel sein, das im Fokus zu behalten. Im Moment fühle ich mich den Umständen entsprechend auf einem guten Weg, bin gut vorbereitet und habe einen guten Plan, ABER es wird ziemlich sicher so sein, dass ich nach der Tournee auch noch 1-2 Wochenenden bewusst auslasse, um an meiner Stabilität zu arbeiten. Das „gelbe Trikot“ ist dieses Jahr schon außer Reichweite (mit meinem derzeitigen Punktestand ;-)), und so möchte ich vor allem drauf schauen, dass ich so körperlich fit wie möglich zur WM nach Oberstdorf komme.

 Sprünge als „Wundertüte“

Die paar Sprünge vor Weihnachten auf der Schanze in Seefeld waren für das „Gefühl“ schon mal ganz gut. DAS war der Plan, auf jeden Fall noch mal kurz auf eine Schanze zurück zu kehren. Gerade um auch zu spüren wie der Körper reagiert und natürlich noch mal zu checken, ob das Skispringen noch funktioniert 😉 Das WICHTIGSTE bleibt der Körper, jetzt und die nächsten Wochen und bis zum Saisonende. Das ist der absolute Fokus. Wenn sich der Körper nicht wohlfühlt kann ich nicht in Ruhe Skispringen. Aus diesem Grund ist mir auch wichtig noch einmal zu vermitteln: Ich werde diese Saison eine Wundertüte bleiben! –> Ich kann sehr gut sein, ABER es kann auch plötzlich sein, dass ich daran gehindert werde überhaupt mit zu machen!  => Planica hat das genau bestätigt, was ich vor der Saison schon laut ausgesprochen habe.

Der Mythos Tournee – und dieses Mal keine Fans im Stadion

Zusammenfassend komm ich schon ein bisschen wie ein „Nackapatzl“ zu einer DER großen Veranstaltungen im Skispringen. Mir fehlen einfach Sprünge, ein gewisser Wettkampfrhythmus. Ich werde versuchen einfach eine gute Balance zu finden und dann werden wir sehen wohin die Reise geht.

Der Wettkampfrhythmus ist das Eine, die Atmosphäre das Andere. Was uns alle natürlich schon traurig macht ist, dass so ein Spektakel ohne Zuschauer und Fans über die Bühne gehen muss. Wir sind uns alle bewusst, dass es nur so geht, aber da fehlt uns schon ein wesentlicher Teil, der die Tournee so auch ein stückweit ausmacht. Mit einem „Eisei“ in dieser Verfassung würden die Deutschen die Hütte in Oberstdorf und Garmisch wahrscheinlich noch mehr abreißen, als sonst, völlig „durchdrehen“ und ein Springen in Österreich ohne Fans ist schon eine ganz eigene Atmosphäre. Aber es werden wieder andere Zeiten kommen und wir werden es dann wieder umso mehr genießen, wenn uns die Fans hinuntertragen.

 Ziele, Favoriten, unser Team UND da Michl …

Was die Ziele für die Tournee angeht, sind das natürlich ganz andere als in den letzten Jahren. Es wäre wirklich unrealistisch, wenn ich das anders sehen würde. Nichts desto trotz werde ich alles geben, wie immer. Ich werde versuchen einfach Skizuspringen, alles aufzunehmen und unter Wettkampfbedingungen die Spannung aufzubauen und zu halten. Ich bin einfach nur happy, dass ich dabei sein kann bei diesem „Mythos“ Vierschanzentournee – das ist und bleibt einfach speziell.

Deutsche, Norweger, Polen – die sind alle wieder stark. Trotzdem darf man uns nicht abschreiben 😉 Hubi, Michi und die anderen – wir werden auf jeden Fall alles geben. Ich freu mich vor allem wieder auf’n Michl – wir haben schon einiges gemeinsam erlebt, die letzten Jahre. Aber die letzten Wochen haben mir wieder gezeigt, wie wichtig es ist, einen Buddy an deiner Seite zu haben, der mit dir kämpft. Gemeinsam ists besser als alleine UND vor allem lustiger! Jetzt haben wir uns eh schon lange nicht mehr gesehen ;-). Wir müssen wieder zusammenhalten, egal was rauskommt.

Ich freue mich auf die Tournee und die Wettkämpfe, jetzt schon DANKE fürs Daumendrücken und hoffentlich bis bald,

Krafti.

WISLA,POLAND,22.NOV.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, large hill, men. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Wrofoto/ Piotr Hawalej - ATTENTION - NO USAGE RIGHTS FOR POLISH CLIENTS

Körperliche Herausforderung und „Wundertüte“

Meine Untersuchungen gestern in Innsbruck waren wichtig, haben aber hinsichtlich meiner immer wieder einmal auftreten Rückenschmerzen keine neuen Erkenntnisse diesbezüglich gebracht. Medizinisch gesehen fehlt mir strukturell gesehen gar nichts und ich bin gesund. Es handelt sich einfach um eine Mischung aus einer kleinen Entzündung im Beckenbereich, um „Spannungen“ im Gesamten und dadurch um eine strukturelle Überlastung. Aus diesem Grund kann es ab und zu zu Reaktionen des Körpers kommen. Das wird auch diese Saison so bleiben.

Im Moment sendet mein Körper immer noch negative Signale und ich möchte das Risiko nicht eingehen, dass es sich im Moment noch weiter verschlechtert. Aus diesem Grund werde ich nicht mehr nach Planica zum Teambewerb reisen. Es ist für mich persönlich enttäuschend, weil ich meinem Team natürlich auch helfen will. Aber ich muss jetzt auf meine Gesundheit schauen und auf meinen Körper hören. Es nützt weder mir, noch der Mannschaft, wenn ich nach einem Durchgang vielleicht wieder Probleme habe und ich dann dastehe und dem Team ein Springer fehlt.

Ich werde jetzt zu Hause bleiben und arbeite bereits seit heute Vormittag an meiner körperlichen Herausforderung. Dafür habe ich heute Vormittag schon eine Therapieeinheit absolviert.  Somit ist das klare Ziel, alles dafür zu tun, um in Engelberg wieder mit einer stabileren, körperlichen Verfassung in den Weltcup einzusteigen.
Zum Schluss kann ich nur noch einmal mit Nachdruck darauf verweisen, was ich auch in den letzten Tagen versucht habe zu erklären: Nämlich, dass ich in dieser Saison eine „Wundertüte“ (eigentlich sehr gut drauf, aber leider manchmal plötzlich zum Zuschauen verdammt) bleiben werde und ich je nach Saisonverlauf schauen muss, wie mein Körper da mitspielt.

Diese körperliche Herausforderung ist einfach speziell und schwierig in den Griff zu bekommen. Der gestrige medizinische Check hat mich darin bestätigt, dass ich gut betreut bin und professionell mit meinem bestehenden Umfeld arbeite. Ich werde weiterhin versuchen konsequent an einer Verbesserung der Situation zu arbeiten.
Es wird nicht leicht bleiben und diese Thematik wird mich sicher noch einige Zeit (auch über die Saison hinaus) begleiten.

Ich habe jetzt versucht alles Wichtige zu vermitteln und bitte um Verständnis, dass ich mich in naher Zukunft mit Aussagen in diese Richtung zurückhalten werde.

Krafti.

WISLA,POLAND,21.NOV.20 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, large hill, men, team competition. Image shows Stefan Kraft (AUT). Photo: GEPA pictures/ Wrofoto/ Piotr Hawalej - ATTENTION - NO USAGE RIGHTS FOR POLISH CLIENTS

Läuft nicht so bei mir…

Es ist wirklich zum Schreien. Mein Plan und mein Konzept für diese und die kommenden Tage wäre augenscheinlich super gewesen. Ich habe mich auch bei einem Skifliegen selten bei einem ersten Sprung so wohl gefühlt, wie jetzt hier in Planica gleich von Anfang an – es wäre super gelaufen mit 239 Metern.

Anscheinend will es im Moment einfach nicht sein. Zuerst Corona, jetzt meldet sich wieder mein Rücken mit der selben Problematik wie im Sommer. Ich habe die körperliche Geschichte mit meinem Rücken eigentlich schon ganz gut in den Griff bekommen. Es scheint aber, dass nach diesen zwei Wochen ohne Belastung und ohne Trainingsmöglichkeit, der Körper wieder reagiert hat.

Das zeigt jetzt und bestätig leider auch das, was ich vor 4, 5 Wochen schon gesagt habe, nämlich dass ich in dieser Saison eine „Wundertüte“ bleiben werde und ich bei diesem strengen Programm schauen muss, wie mein Körper da mitspielt.

Ich werde weiterhin versuchen, dass ich diese körperliche Geschichte in den Griff bekomme – dabei geht es einerseits um strukturelle Sachen und auch „Spannungen“. Aus diesem Grund werde ich das heute in Innsbruck ärztlich abklären lassen und alles Weitere wird sich weisen.

Ob ich dann am Sonntag beim Teambewerb an den Start gehen kann, steht noch nicht fest – das werden die nächsten zwei Tage weisen.

Bis bald,

Euer Krafti.